
Die Frage vor der Unterschrift lautet nicht „was kostet es?“, sondern „welchen Server brauche ich?“. Und sie wird fast immer mit einer erfundenen Zahl beantwortet. Hier die tatsächliche Rechnung.
1. Server: wie viele Arbeitsplätze
Ein gut dimensionierter Einzelserver verwaltet mit den üblichen Modulen (Zeit, Anwendungen, Dateien) bis etwa 2.000 Arbeitsplätze. Was die Zahl verändert, sind nicht die Arbeitsplätze, sondern drei Module: häufige Bildschirmfotos, dauerhafte Bildschirmaufzeichnung und Dateiinhalt-Prüfung. Wer bei 500 Geräten dauerhaft aufzeichnet, hat den Engpass auf der Festplatte, nicht in der CPU.
2. Speicher: die Formel
Bildschirmfotos: Geräte × Aufnahmen/Tag × 250 KB × Aufbewahrungstage. Bei 200 Geräten, einem Foto alle 10 Minuten (rund 48 pro Tag) und 30 Tagen:
200 × 48 × 250 KB × 30 ≈ 72 GB
Mit Video vervielfacht sich das. Praxisregel: Video braucht für dieselbe Dauer 20- bis 60-mal mehr als Bildschirmfotos.
3. Datenbank
Metadaten (Aktivität, Anwendungen, Dateien) sind im Vergleich zu Bildern leicht: wenige GB pro 100 Geräte und Jahr. Was wächst, sind die Suchindizes – die sollte man vierteljährlich prüfen.
4. Netzwerk
Ein Agent, der nur Metadaten sendet, braucht sehr wenig. Bildschirmfotos gehen komprimiert und in Intervallen; die echte Spitze entsteht beim Öffnen einer Wiedergabe, nicht während der normalen Arbeit.
Die drei typischen Unterschätzungen
- Backup: Speicher wird berechnet, die Sicherung nicht – sie verdoppelt den Bedarf meist
- Wachstum: dimensioniert für die Geräte von heute, nicht für die in zwei Jahren
- Aufbewahrung: „alles behalten“ gewählt, ohne auszurechnen, was das auf der Platte bedeutet
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